Welche Fenster für das Passivhaus?

Das Passivhaus soll möglichst wenig Energie verbrauchen bzw. die benötigte Energie selbst herstellen können. Dafür sind natürlich auch die einzelnen Bauteile verantwortlich, die im Passivhaus verbaut werden. Eines der entscheidenden Bauteile sind dabei die Fenster. Hier hat sich in den vergangenen Jahren eine drastische Entwicklung gezeigt, die von der

  • 1-Scheiben-Verglasung über die
  • 2-Scheiben-Isolier-Verglasung und die
  • 2-Scheiben-Wärmeschutz-Verglasung bis hin zur
  • 3-Scheiben-Wärmeschutz-Verglasung reicht.

 

Letztere wird auch gerne als Passivhausfenster gepriesen, weil die U-Werte, die teilweise nur bei 0,5 liegen, für das Passivhaus bestens geeignet sind.

 

1-Scheiben-Verglasung ist tabu

Um nun aber die Unterschiede kennen zu lernen, müssen die einzelnen Fenstertypen genauer betrachtet werden. Die 1-Scheiben-Verglasung war vor allem in den 1970er Jahren weit verbreitet. Die durchschnittlichen U-Werte lagen bei 5,5 W/(m²k). Jährlich ging so viel Energie verloren, dass diese erst durch 60 Liter Heizölverbrauch wieder ausgeglichen werden konnte – und das bei nur einem einen Quadratmeter großen Fenster mit 1-Scheiben-Verglasung. Damit kosten diese Fenster etwa 42 Euro jährlich pro Quadratmeter Fensterfläche.

 

Die 2-Scheiben-Isolierverglasung

Eine erste Verbesserung trat mit der 2-Scheiben-Isolierverglasung ein. Sie wurde vor allem nach der ersten Ölkrise in Neubauten verwendet. Zwischen den beiden Scheiben innen und außen befindet sich hierbei eine Luftschicht, die wärmedämmende Eigenschaften mit sich bringt. Der U-Wert kann damit auf 2,8 W(m²K) sinken. Trotzdem die Verluste an Energie hier bereits um die Hälfte gesenkt wurden, reichte dies nicht aus, um dauerhaft den Erfolg der 2-Scheiben-Isolierverglasung zu feiern. Denn bei eisigen Temperaturen ist auch die Fensteroberfläche nach wie vor feucht und kalt.

 

Die 2-Scheiben-Wärmeschutz-Verglasung

Fenster m Passivhaus © sowanna – Fotolia.com

Schließlich gelangte die 2-Scheiben-Wärmeschutz-Verglasung auf den Markt. Sie bedeutete einen enormen Fortschritt im Bereich der wärmedämmenden Fensterscheiben. Hauchdünn aufgebrachte Metallschichten wurden dabei in den Scheibenzwischenraum integriert. So konnte die Wärmestrahlung, die zwischen den beiden Scheiben erfolgte, deutlich reduziert werden. Statt Luft als Schicht wurden Edelgase verwendet, die ebenfalls weniger gute Wärmeleiteigenschaften mit sich brachten. Seit 1995 wurde die Wärmeschutzverordnung durchgesetzt und die 2-Scheiben-Wärmeschutz-Verglasung konnte sich durchsetzen. Die U-Werte liegen hierbei zwischen 1,3 und 1,7 W/(m²K). Aber auch hiermit gab man sich noch nicht zufrieden, denn die Scheibenoberflächen sind bei kalten Außentemperaturen immer noch kühler.

 

 

Die 3-Scheiben-Wärmeschutz-Verglasung

Mit der 3-Scheiben-Wärmeschutz-Verglasung kamen schließlich Fenster auf den Markt, die auch gerne als Passivhausfenster bezeichnet werden. Diese Fenster stellen noch heute den Durchbruch für das energiesparende Bauen dar. Hierbei werden zwei Scheibenzwischenräume mit einer hauchdünnen Metallschicht versehen. Die Edelgasfüllung wird dabei ebenso verwendet und beide Scheibenzwischenräume werden hintereinander geschaltet. Dadurch sind U-Werte von 0,5 bis 0,8 W/(m²K) möglich, so dass diese Fenster sogar für das Passivhaus geeignet sind.

Allerdings kommt es nicht nur auf die Verglasung an, sondern ebenso auf den Fensterrahmen. Dieser muss gut gedämmt sein. Ein thermisch getrennter Randverbund sollte ebenfalls verwendet werden. Dadurch entsteht ein Warmfenster, das selbst bei kühlen Außentemperaturen eine angenehm warme Oberfläche im Innenraum bieten kann. Durch diese erhöhten Scheiben-Temperaturen wird mit dem Passivhausfenster auch die Behaglichkeit in den Räumen verbessert. Eine störende Temperaturschichtung im Raum, wie sie bei fast allen Vorgängern dieser Fenster auftritt, ist nicht mehr gegeben. Absolute Luftdichtigkeit und die komplette Freiheit von Wärmebrücken sind weitere Vorteile der Passivhausfenster.

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