Was ist der richtige Kaminofen für mich?

Der exzentrische irische Schriftsteller Oscar Wilde (1854-1900) schrieb in seinem Theaterstück Eine Frau ohne Bedeutung (A Woman of No Importance) über das Feuer: „Die Leute, die das Spiel damit nicht beherrschen, verbrennen sich daran.“ Viele Deutsche träumen von einem Kaminofen im Eigenheim, wollen sich aber beim Kauf und an den daraus folgenden Kosten nicht die Finger verbrennen. Hier erläutern wir Ihnen, welche Vor- und Nachteile Kaminöfen bieten und gehen auf verschiedene Typen und ihre Charakteristika ein.

Die Vorteile von Kaminöfen

Welcher Kaminofen ist der richtige für mich?

Grundsätzlich bieten Kaminöfen viele Vorteile. Bei der Verbrennung von Holz wird nur so viel Kohlendioxid freigesetzt, wie beim Wachstum des Baumes gespeichert wurde. Es werden keine fossilen Brennstoffe, etwa Kohle oder Erdgas, verbraucht. Es werden zwar auch Öfen hergestellt, die damit laufen. Holz kostet jedoch im Vergleich deutlich weniger. Im Gegensatz zu Kachelöfen muss man Kaminöfen nicht lange vorheizen, sie geben sofort Wärme ab. Darüber hinaus benötigen sie wenig Platz und bei der mittlerweile riesigen Auswahl verschiedenster Öfen findet jedermann ein passendes Modell. Hilfe bei der Suche nach einem geeigneten Ofen bietet beispielsweise das Internetportal atmosfire.de. So vielfältig wie die Größen der Öfen und ihre Preise, die ab etwa 300 Euro beginnen, jedoch auch das Zehnfache kosten können, sind ihre Verkleidungen. Diese können beispielsweise aus Speckstein, Naturstein oder Kacheln sein. Solche Ummantelungen erzeugen Strahlungswärme. Dies bedeutet, dass nach dem Stopp der Rohstoffzufuhr der Ofen noch eine Zeit lang Hitze abstrahlt und den Raum erwärmt.

Anders als bei diesen drei Verkleidungen sinkt die die Hitzeabgabe jedoch bei Edelstahl- oder Gussöfen rapide ab. Diese Kaminöfen erzeugen, unabhängig vom benutzten Heizmaterial, demnach reine Konvektionswärme, die Raumluft nur bei ununterbrochener Brennstoffversorgung weiterhin erhitzt.

 

Was sind weitere Nachteile von Kaminöfen?

Außer bei Pelletöfen muss ständig Brennholz nachgelegt werden, außerdem kostet dessen Lagerung Platz. Zudem müssen die Öfen regelmäßig gewartet und gereinigt werden, insbesondere von jenen Ablagerungen, die sich in den Rohren zum Kamin befinden, da sie Feuer fangen können.

 

Verschiedene Typen

Holzkaminöfen sind der Klassiker dieser Branche. Sie bieten ein prasselndes und knackendes Feuer, welches für viele Menschen in den Wintermonaten der Inbegriff häuslicher Behaglichkeit ist. Mit den sogenannten Dauerbrandöfen können neben den für Holzkaminöfen nötigen Scheiten mehrere Heizarten eingesetzt werden. So können letztere mit Reisig oder Kohlebriketts befüllt werden.

–  Gas- oder Öl-Öfen sind zwar keine typischen Kaminöfen. Beide ermöglichen jedoch rückstandsloses Heizen. Diese Öfen eignen sich also für Menschen, die nicht viel Zeit für Reinigung und Wartung aufbringen wollen oder können, jedoch viel Wert auf eine individuell und komfortabel abgestimmte Heizleistung legen.

–  Eine neuere Variante sind die Pelletöfen. Sie werden mit in die Form kleiner Stäbchen gepressten Holzabfällen gefüttert, welche nach festgelegten Standards hergestellt werden. Die Pellets, die wenige Millimeter an Durchmesser sowie eine glatte Oberfläche besitzen, bieten somit eine zuverlässige Heizqualität und ihre Herstellung wird kontrolliert. Zwar fehlt ihnen die oben erwähnte Prasselkulisse beim Brennvorgang. Sie müssen jedoch nur einmal am Tag befüllt werden, was häufig mit einer eingebauten Automatik erledigt wird. Sie lassen sich gut mit anderen Heizarten, so etwa einer Zentralheizung, kombinieren. Bestimmte Pelletöfen ab einer Gesamtleistung von fünf Kilowatt (kW), beziehungsweise Biomasseanlagen (Holzschnitzelbeheizung) werden vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert.

– Unter allen genannten Arten von Kaminöfen, besonders jedoch bei den modernen Pellet- oder Holzvergaserkesseln, finden sich sogenannte wasserführende Öfen. Durchschnittliche Öfen werden zumeist als Ergänzung zu einem bestehenden Zentralheizungssystem installiert. Wasserführende Öfen können Wasser durchgehend erwärmen und somit mehrere Räume, also theoretisch eine gesamte Wohnung beheizen. Um ein gesamtes Haus umweltfreundlich und kostengünstig zu beheizen, werden diese Öfen die auch einen Warmwasserspeicher aufweisen, häufig durch Solarkollektoren auf dem Dach ergänzt.

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