Mit niedrigen Zinsen zum eigenen Passivhaus

Mit niedrigen Zinsen zum eigenen Passivhaus

Wohnen in den eigenen vier Wänden – der Traum vieler Familien scheint dank aktuell anhaltend niedriger Zinsen besonders leicht greifbar zu sein. Moderne Technik und höchste Wärmedämmung bieten nicht nur hohen Wohnkomfort, sondern versprechen auch langfristig niedrige Nebenkosten. Ein wichtiger Faktor angesichts steigender Preise von Erdöl, Gas und alternativen Brennstoffen. Doch bei aller Euphorie sollten zukünftige Bauherren und Bauherinnen die Planung des Eigenheims nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denn auch in Zeiten niedriger Zinsen handelt es sich bei einem Immobilienkredit um eine langfristige Verpflichtung und eine meist hohe Kreditsumme. Beachtet man jedoch einige wichtige Punkte, kann sich der Traum vom eigenen Haus aktuell besonders günstig erfüllen lassen.

Passivhaus

Geld sparen durch Finanzierungsvergleich

Wer eine möglichst günstige Immobilienfinanzierung anstrebt, sollte sich nicht auf die eigene Hausbank und deren Konditionen  verlassen, sondern auch für die Angebote anderer Banken offen sein. Angebote zur Finanzierung einer Immobilie gibt es viele, sodass durch einen cleveren Vergleich der Baufinanzierungen bis zu 50.000 € eingespart werden kann. Entscheidend hierfür ist der genaue Zinssatz: Denn aufgrund der langen Laufzeit und der großen Gesamtsumme eines Immobilienkredits, kommt es beim Zinssatz auch auf die Stellen nach dem Komma an. Ebenfalls wichtig sind die Dauer der Zinsbindung und die Frage nach der Anschlussfinanzierung. Wer hier bereits im Vorfeld die richtigen Entscheidungen trifft, spart nicht nur Geld sondern kann auch über viele Jahre sicher kalkulieren. Lange Zinsbindungen sind dabei in der Regel zu bevorzugen, da zu erwarten ist, dass die Phase der niedrigen Zinsen irgendwann in Zukunft endet und die Zinsen wieder steigen werden. Mit einer langfristigen Zinsbindung profitiert man noch in 20 Jahren vom derzeitigen Zinstief.

Solide kalkulieren: Eigenkapital nicht vergessen

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Finanzierung einer Immobilie ist das einzubringende Eigenkapital. Auch wenn es vereinzelt Angebote für Finanzeirungen ohne Eigenkapital gibt, sollte immer eigenes Geld mit eingebracht werden. Experten empfehlen, neben den Kosten für Notar und Makler, mindestens 20 % der Kreditsumme selbst einzubringen. Entscheidet man sich für eine 100 % Finanzierung, kann es bei einem Notverkauf nach wenigen Jahren Kreditlaufzeit dazu kommen, dass der Verkaufserlös nicht ausreicht, den Kredit vollständig abzulösen. Neben dem Verlust des Eigenheims müsste die Familie dann noch, unter Umständen über Jahre, den Rest des Immobilienkredits abbezahlen. Grund hierfür ist, dass bei einer Finanzierung ohne Eigenkapital die Banken höhere Zinsen verlangen und so in den ersten Jahren fast nur Zinsen zurückgezahlt werden. Das eingebrachte Eigenkapital reduziert den Anteil der Zinsen und auch den Zinssatz, sodass die Kalkulation der Immobilie sehr viel sicherer wird. Sind noch weitere Grundstücke oder Immobilien vorhanden, die bereits abbezahlt sind, können diese unter Umständen als zusätzliche Sicherheit hinterlegt werden. Auch dies kann sich positiv auf den Zinssatz auswirken, da die Bank hierdurch besser abgesichert ist. Grundsätzlich gilt: Je höher das Risiko für die Bank ist, desto höher der Zinssatz. Dies ist auch der Grund dafür, warum Doppelverdiener in der Regel sehr viel niedrigere Zinsen zahlen als Familien mit einem Alleinverdiener.

Förderungen nutzen: KfW, Wohn-Riester und Bausparvertrag

Ein Passivhaus bietet zahlreiche Möglichkeiten der Förderung: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt sowohl den Kauf oder Bau von Passivhäusern als auch die energetische Sanierung von Bestandsobjekten mit sehr günstigen Krediten. Wie hoch die Förderung ausfällt ist abhängig vom sogenannten  KfW-Effizienzhaus-Standard. Auch der Staat fördert den Umzug ins Eigenheim durch das sogenannte Wohn-Riester: Hierbei erhalten Eigentümer, die ihre Immobilie selbst nutzen, einen jährlichen Zuschlag in Höhe von 154 €. Sind Kinder vorhanden erhöht sich der Zuschlag pro Kind um weitere 185 € bzw. 300 € pro Jahr, wenn das Kind nach 2008 geboren wurde. Eine weitere Möglichkeit, staatliche Förderung zu erhalten, ist das frühzeitige Abschließen eines Bausparvertrages. Dieser kombiniert günstige Zinsen mit einem staatlichen Zuschuss. Wer allerdings in naher Zukunft schon bauen oder kaufen möchte, für den kommt der Bausparvertrag nicht mehr in Frage, da bereits über einige Jahre eingezahlt werden muss, um von der Förderung zu profitieren.

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