Brandgefahr im Passivhaus

Passivhäuser zeichnen sich im Allgemeinen durch den sehr geringen Energie- und Heizbedarf aus. Sie gelten als nahezu vollständig luftdicht, so dass mancher Bewohner sich davor fürchtet, dass bei Feuer und Brand höhere Gefahren im Passivhaus gegeben sind. Doch ist dem tatsächlich so?

 

Standardwerte im Hausbau

Schon seit 1985 werden n50-Werte für Neubauten verlangt, die zwischen zwei und vier h-1 liegen. Das heißt, dass diese Werte für eine extrem hohe Luftdichtigkeit der Gebäude sorgen. Natürliche Luftwechsel, wie man sie aus Altbauten mit pfeifenden Ritzen und Löchern kennt, gehören damit der Vergangenheit an. Durch die Fugen entweicht nur sehr wenig Luft, der Wert liegt etwa beim 0,1 bis 0,2 fachen pro Stunde.

 

Diese hohe Luftdichtigkeit bringt natürlich verschiedene Gefahren mit sich:

  • Innenluftschadstoffe (wie Radon, VOC oder Formaldehyd) werden schlecht verdünnt
  • Luftfeuchtigkeit in den Räumen ist erhöht
  • Geruchsbelästigung kann auftreten

 

Die Luftdichtigkeit ist aber nicht nur beim Passivhaus, sondern bei allen Neubauten seit 1985 gegeben. Beim Passivhaus ist sie nur noch etwas stärker ausgeprägt. Deshalb ist es auch ratsam, eine Lüftungsanlage in das Passivhaus mit zu integrieren.

 

Probleme beim Brand

Kommt es zu einem Schwelbrand, so kann Rauchgas in die Raumluft eingebracht werden. Dieser wird bei solch dichten Gebäudehüllen binnen dreieinhalb Stunden um etwa die Hälfte verdünnt. Dabei macht es kaum Unterschiede, ob das Haus noch etwas mehr oder weniger dicht ist.

Die Wohnungslüftungsanlage für das Passivhaus, die normalerweise in allen Wohnräumen, wie Kinder-, Schlaf- und Wohnzimmer integriert ist, kann hier Abhilfe schaffen. Die Lufterneuerung findet wesentlich stärker statt, als bei herkömmlichen Gebäuden. Schadstoffeinträge lassen sich dementsprechend innerhalb der halben Zeit (eine Stunde, 20 Minuten) halbieren. Natürlich ist auch dieser Zeitraum noch zu lang, wobei die Gefahr durch Rauchgase schon um ein gutes Stück verringert wird.

 

Maßnahmen, um der Rauchgasentwicklung entgegen zu wirken

Die Rauchgasentwicklung selbst kann man natürlich nicht beeinflussen, wohl aber, wie stark diese sich ausbreitet. Das Passivhaus ist, wie jedes andere Haus auch, mit ausreichend Fenstern versehen. Diese sollten beim Eindringen von Schadstoffen zwingend geöffnet werden. Durch das Stoßlüften können die Schadstoffe nach außen entweichen.

Zusätzlich sollten Passivhäuser, so wie generell alle Wohnhäuser, mit einem Rauchmelder ausgestattet werden. Denn dieser kann bei einer Rauchgasentwicklung frühzeitig Alarm schlagen. Insbesondere in der Nacht kommt es häufig zu Schwelbränden, die unbemerkt bleiben. Durch den Rauch werden die Bewohner geschädigt und können im schlimmsten Fall sogar versterben. Dieses Risiko wird mit dem Rauchmelder minimiert, weil er bereits bei den ersten Anzeichen einer Rauchgasentwicklung lautstark Alarm schlägt und so der Brand gelöscht werden oder die Bewohner sich zumindest in Sicherheit bringen können.

 

Welcher Rauchmelder ist der Richtige?

Natürlich muss genauso der richtige Rauchmelder für das Passivhaus genutzt werden. Gut geeignet sind Modelle, die über Funk miteinander verbunden sind. (Hier informieren über Rauchmelder) Tritt Rauch im Wohnzimmer auf, so können auch die Rauchmelder in Schlaf- und Kinderzimmern Alarm schlagen, was gerade über Nacht sinnvoll ist.

Außerdem sollte man auf das VdS Siegel achten, das eine geprüfte Sicherheit verspricht. Sinnvoll ist es darüber hinaus, wenn man sich verschiedene Tests ansieht, in denen unterschiedliche Rauchmelder genauer unter die Lupe genommen werden.

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